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KI-Strategie für Unternehmen entwickeln: kostenlose Vorlage für den Mittelstand
Eine KI-Strategie im Mittelstand ist eine kurze, schriftlich fixierte Entscheidung darüber, wo KI im Unternehmen helfen soll, womit Sie beginnen, wer zuständig ist und woran Sie den Erfolg messen. Diese kostenlose Vorlage führt Sie in 12 Abschnitten von der Ausgangslage bis zur Roadmap für die nächsten zwölf Monate, mit Auswahlkriterien, Bewertungsmatrix, Business-Case-Rechnung und einem durchgehenden Beispiel. Sie können sie ohne Berater ausfüllen.
Ohne Anmeldung, ohne E-Mail-Adresse. Nutzen, anpassen und weitergeben ausdrücklich erwünscht.
Was ist eine KI-Strategie im Mittelstand?
Eine KI-Strategie ist die schriftliche Antwort auf vier Fragen: Wofür wollen wir KI nutzen, womit fangen wir an, wer ist zuständig und woran erkennen wir, dass es sich lohnt. Mehr braucht ein mittelständisches Unternehmen nicht. Zehn bis fünfzehn Seiten, nach denen jemand handelt, sind besser als eine Präsentation im Laufwerk.
Warum das jetzt wichtig ist, zeigen die Zahlen. Nach Bitkom nutzen 2026 bereits 57 Prozent der befragten Unternehmen ab 20 Beschäftigten KI, ein Jahr zuvor waren es 36 Prozent. Das Statistische Bundesamt ermittelte für 2025 einen Anteil von 36 Prozent bei Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten (57 Prozent bei Unternehmen ab 250). Beide Erhebungen grenzen die Unternehmen unterschiedlich ab und sind nicht direkt vergleichbar. Die Frage ist damit weniger, ob Sie KI nutzen, als ob Sie es mit Ziel, Zuständigkeit und Kennzahlen tun.
Eine Strategie ist es nicht, wenn Sie Lizenzen für ein KI-Werkzeug kaufen, ein Ziel wie „wir wollen KI nutzen“ formulieren oder ein Beratungsdokument ablegen, das niemand umsetzt.
In welchen Schritten entwickeln Sie eine KI-Strategie?
Sie entwickeln eine KI-Strategie in acht Schritten, die aufeinander aufbauen: von der Ausgangslage über Ziele, Anwendungsfälle und Bewertung bis zu Business Case und Roadmap. Die Vorlage führt Sie in dieser Reihenfolge durch die Abschnitte, damit jeder Schritt auf dem vorherigen aufbaut. Jeder Schritt braucht eine verantwortliche Person.
- Ausgangslage klären: Geschäftsmodell, Engpässe, vorhandene Systeme und heutige KI-Nutzung, auch die inoffizielle.
- Ziele festlegen: drei bis fünf messbare Ziele, abgeleitet aus den Unternehmenszielen.
- Anwendungsfälle sammeln: mit den Fachbereichen sprechen, Prozesse durchgehen, Ideen in Steckbriefen festhalten.
- Bewerten und priorisieren: Nutzen und Machbarkeit mit einer festen Skala vergleichen.
- Rahmen schaffen: Make-or-buy-Entscheidung, Daten und Systeme, Rollen, Regeln, rechtliche Prüfung.
- Menschen mitnehmen: Schulungsplan, Kommunikation, Pilotnutzer.
- Business Case rechnen: Nutzen, Kosten und Amortisation mit den eigenen Zahlen.
- Roadmap und Messung: 90-Tage-Plan, Jahresplan, Kennzahlen und Termine zum Nachsteuern.
Das deckt sich mit der Grundlogik, die acatech und die Plattform Lernende Systeme in ihrer Broschüre „KI im Mittelstand“ (2021) beschreiben: erst Ziele klären, dann die eigene Ausgangslage einschätzen, mit einem risikoarmen Anwendungsfall beginnen und bei Bedarf externes Wissen hinzuziehen.
Welche Fehler machen Unternehmen bei der KI-Strategie am häufigsten?
Vier Fehler tauchen bei KI-Strategien immer wieder auf: Das Unternehmen beginnt mit dem Tool statt mit dem Problem, startet zu groß, legt keine Kennzahlen fest oder ignoriert die Nutzung privater KI-Tools. Die folgenden Absätze erklären, woran Sie jeden Fehler erkennen und was stattdessen hilft.
Erstens: Tool zuerst. Das Unternehmen kauft eine Plattform und sucht danach Verwendung dafür. Wer mit dem Problem beginnt, wählt anschließend das passende Werkzeug und oft ein günstigeres.
Zweitens: zu groß starten. Ein Projekt, das fünf Abteilungen gleichzeitig verändern soll, wird selten fertig. Besser ist ein einzelner Ablauf, an dem alle lernen.
Drittens: keine Kennzahlen. Ohne Ausgangswert gibt es nach drei Monaten nur Meinungen. Die Vorlage verlangt deshalb zu jedem Ziel einen Ist- und einen Zielwert.
Viertens: Schatten-KI ignorieren. Laut Bitkom (Erhebung 2025, Unternehmen ab 20 Beschäftigten) gaben 8 Prozent der Unternehmen an, dass private KI-Tools bei der Arbeit weit verbreitet sind, in weiteren 17 Prozent gibt es Einzelfälle. Nur 29 Prozent sind sicher, dass es das bei ihnen nicht gibt. Wer nichts regelt und nichts anbietet, hat die Nutzung trotzdem, nur ohne Überblick.
Wie lange dauert es?
Planen Sie zwei bis vier Wochen für die Strategie selbst. Das ist eine Erfahrungsangabe, keine Messung. Die Zeit geht weniger ins Schreiben als ins Einholen von Zahlen und in die Gespräche mit den Fachbereichen. Danach beginnt die Umsetzung mit einem Pilot, den die Vorlage auf 90 Tage auslegt.
Wie nutzen Sie die Vorlage?
Sie laden das Word-Dokument herunter, füllen die Abschnitte in einer festen Reihenfolge aus und prüfen am Ende die Checkliste im Anhang. Die Abschnitte bauen aufeinander auf, deshalb lohnt es sich, die Reihenfolge einzuhalten. Ein Berater ist dafür nicht nötig. Die einzelnen Schritte stehen in der folgenden Liste:
- Füllen Sie Abschnitt 0 (die Seite „Auf einer Seite“) zuletzt aus.
- Bearbeiten Sie die Abschnitte 1 bis 4 gemeinsam mit der Geschäftsführung und den Fachbereichsleitungen, am besten in zwei Workshops von je zwei bis drei Stunden.
- Die Abschnitte 5 bis 9 klären Sie mit IT, Datenschutz und gegebenenfalls Betriebsrat.
- Abschnitt 10 bis 12 rechnet Ihr Controlling oder Ihre Geschäftsführung gegen.
- Prüfen Sie am Ende die Checkliste im Anhang.
Jeder Abschnitt hat eine kurze Anleitung („So füllen Sie das aus“), leere Tabellen zum Ausfüllen und ein durchgehendes Beispiel. Das Beispiel handelt von einem fiktiven Großhändler mit 120 Mitarbeitenden. Alle Zahlen darin sind erfunden und dienen nur der Veranschaulichung. Setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein. Passen Sie Bewertungsskalen und Gewichte an, wenn Ihr Unternehmen andere Schwerpunkte hat, und dokumentieren Sie die Änderung.
Wenn Sie nach dem Ausfüllen Unterstützung bei der Umsetzung wünschen, können Sie die kostenlose Analyse nutzen: KI-Check. Die Vorlage funktioniert aber vollständig ohne uns. Eine passende Ergänzung ist die KI-Richtlinie-Vorlage. Zum Weiterlesen: KI-Einführung im Unternehmen und Prozessoptimierung mit KI.
KI-Strategie und 12-Monats-Roadmap
Unternehmen: [Firmenname] Erstellt von: [Name, Funktion] Version / Datum: [Version, Datum] Freigegeben durch die Geschäftsführung am: [Datum]
Diese Vorlage hilft Ihnen, eine KI-Strategie für Ihr Unternehmen selbst zu entwickeln. Sie besteht aus 12 Abschnitten und einem Anhang. Rechnen Sie mit 12 bis 18 Seiten im ausgefüllten Zustand.
Das Beispiel in jedem Abschnitt gehört zu einem fiktiven Großhändler mit 120 Mitarbeitenden (Technikbedarf, 4.500 Artikel, 800 aktive Kunden). Alle Angaben im Beispiel sind erfunden. Sie dürfen weder als Benchmark noch als Richtwert verstanden werden.
Hinweis: Der Abschnitt zu Recht und Risiko gibt einen Überblick, Stand Oktober 2026. Er ersetzt keine Rechtsberatung.
Arbeitsweise in Kürze:
- Eine Person führt, die Geschäftsführung entscheidet.
- Fachbereiche liefern Zahlen und Prozesswissen.
- Schätzwerte sind erlaubt, wenn sie als Schätzung gekennzeichnet sind.
- Jede Tabelle darf Zeilen dazubekommen oder verlieren.
0. Die Strategie auf einer Seite
So füllen Sie das aus: Schreiben Sie diese Seite zuletzt. Sie ist für alle, die den Rest nicht lesen. Jede Zeile besteht aus höchstens zwei Sätzen.
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Warum KI? (Geschäftsziel dahinter) | [ ] |
| Unsere 3 bis 5 Ziele mit Zielwert und Termin | [ ] |
| Die ersten zwei Anwendungsfälle | [ ] |
| Wie setzen wir um? (Standardtool, Plattform, Individuallösung) | [ ] |
| Wer ist zuständig? (Sponsor, KI-Verantwortliche/r) | [ ] |
| Welche Regeln gelten? (Richtlinie, Datenschutz, Betriebsrat) | [ ] |
| Budget für die nächsten 12 Monate (einmalig / laufend) | [ ] |
| Erwarteter Nutzen und Amortisation | [ ] |
| Erster Meilenstein und Termin | [ ] |
| Wann prüfen wir, ob wir weitermachen? | [ ] |
Beispiel (fiktiv): Warum KI? Der Innendienst bindet rund 250 Stunden im Monat mit dem Erfassen von Bestellungen aus E-Mail und PDF. Wir wollen Aufträge schneller bestätigen und Fehler bei der Artikelzuordnung halbieren. Ziele: Erfassungszeit pro Bestellung von 5 auf 2 Minuten bis 30.06., Fehlerquote bei Artikelzuordnung von 4 % auf 2 %. Erste Fälle: Auftragseingang automatisieren, Wissensassistent für Produktdaten. Umsetzung: Plattform (n8n) mit einem KI-Modell für den Auftragseingang, Standardtool für den Wissensassistenten. Sponsor: Geschäftsführer Vertrieb. Budget: 30.000 € einmalig, 1.200 € im Monat laufend. Amortisation: rund 5 bis 9 Monate je nach Szenario.
1. Ausgangslage
So füllen Sie das aus: Beschreiben Sie nüchtern, wo Sie stehen. Gefragt sind Fakten, keine Wünsche. Fragen Sie ruhig bei den Mitarbeitenden nach, was sie schon mit KI tun. Die Ehrlichkeit dieses Abschnitts bestimmt die Qualität aller folgenden.
1.1 Geschäftsmodell und Engpässe
| Punkt | Beschreibung |
|---|---|
| Was verkaufen wir an wen? | [ ] |
| Wo verlieren wir heute Zeit oder Geld? (3 größte Engpässe) | [ ] |
| Wo gibt es Beschwerden, Rückstände oder Überstunden? | [ ] |
| Welche Entwicklung im Markt setzt uns unter Druck? | [ ] |
| Wo fehlt uns Personal oder Fachwissen? | [ ] |
Beispiel (fiktiv): Verkauf von Technikbedarf an Handwerksbetriebe und Industriekunden. Engpässe: 1. Bestellungen kommen per E-Mail und PDF und werden von Hand ins ERP getippt. 2. Angebote für Sonderartikel dauern im Schnitt 2 Tage. 3. Produktwissen steckt in wenigen Köpfen. Druck: Kunden erwarten Bestätigungen am selben Tag. Der Innendienst hat zwei offene Stellen.
1.2 Heutige KI-Nutzung (einschließlich Schatten-KI)
So füllen Sie das aus: Schatten-KI bedeutet, dass Mitarbeitende KI-Werkzeuge ohne Wissen oder Freigabe des Unternehmens nutzen, zum Beispiel ein privates ChatGPT-Konto für Kundenmails. Laut Bitkom (Erhebung Sommer 2025, 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten) war das in 8 Prozent der Unternehmen weit verbreitet und in weiteren 17 Prozent kam es in Einzelfällen vor. Nur 29 Prozent der Befragten waren sicher, dass es bei ihnen nicht vorkommt. Gehen Sie also davon aus, dass es auch bei Ihnen Nutzung gibt, und fragen Sie ohne Vorwurf danach. Eine anonyme Kurzumfrage mit drei Fragen reicht: Welche Werkzeuge nutzen Sie? Wofür? Welche Daten geben Sie ein?
| Werkzeug / Anwendung | Wer nutzt es? | Offiziell freigegeben? (ja/nein) | Welche Daten werden eingegeben? | Bewertung (ok / klären / stoppen) |
|---|---|---|---|---|
| [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
Beispiel (fiktiv): Aus der Umfrage (31 von 120 antworteten): Sieben nutzen ein privates ChatGPT-Konto für Mails, zwei lassen Kundenlisten zusammenfassen (Bewertung: stoppen und klären, weil Kundendaten betroffen sind), eine Person nutzt DeepL im Browser (ok, nach Prüfung der Konditionen). Offiziell freigegeben ist bisher nichts.
1.3 Systeme und Daten im Überblick
| Bereich | System / Ablageort | Zugriff per Schnittstelle (API) möglich? | Datenqualität (1 schlecht bis 4 gut) | Zuständig |
|---|---|---|---|---|
| ERP / Warenwirtschaft | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| CRM / Kundendaten | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Dokumentenmanagement / Dateiablage | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| E-Mail und Kommunikation | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Buchhaltung | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Sonstige (Excel-Listen, Fachanwendungen) | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
Beispiel (fiktiv): ERP: Branchenlösung, Schnittstelle vorhanden, Artikelstamm mit 4.500 Artikeln, Datenqualität 3. CRM: HubSpot, Schnittstelle vorhanden, Qualität 2 (viele Dubletten). Dateiablage: Microsoft 365 SharePoint, Qualität 2 (gewachsene Ordner). E-Mail: Microsoft 365. Buchhaltung: DATEV.
1.4 Reifegrad-Selbsteinschätzung
So füllen Sie das aus: Bewerten Sie jede Dimension von 1 bis 4. Wählen Sie die Stufe, bei der alle Aussagen weitgehend zutreffen. Im Zweifel die niedrigere. Lassen Sie mindestens drei Personen unabhängig bewerten und besprechen Sie große Abweichungen. Das Ergebnis zeigt, wo Sie Vorarbeit brauchen, und ist kein Urteil über das Unternehmen.
| Dimension | Stufe 1: Anfang | Stufe 2: Erste Schritte | Stufe 3: Etabliert | Stufe 4: Fortgeschritten |
|---|---|---|---|---|
| Strategie und Ziele | Kein Ziel für KI, Einzelinteresse | Ziele genannt, nicht gemessen | Ziele mit Kennzahlen, Sponsor in der Geschäftsführung | KI ist Teil der Unternehmensplanung, Budget fest |
| Prozesse | Abläufe nicht dokumentiert | Wichtige Abläufe bekannt, Zeiten geschätzt | Kernabläufe dokumentiert, Fallzahlen und Zeiten gemessen | Abläufe laufend gemessen und verbessert |
| Daten | Daten verstreut, Qualität unbekannt | Hauptdaten bekannt, größere Lücken | Stammdaten gepflegt, Zugriff geregelt | Daten gepflegt, auffindbar und für Automatisierung nutzbar |
| Systeme und IT | Viele Insellösungen, keine Schnittstellen | Zentrale Systeme, wenige Schnittstellen | Schnittstellen zu den Kernsystemen, Cloud-Dienste im Einsatz | Integrierte Systemlandschaft, IT kann neue Anbindungen zügig umsetzen |
| Menschen und Kompetenz | Kaum Erfahrung, Skepsis oder Angst | Einzelne probieren aus | Schulungen laufen, Ansprechpersonen benannt | Breite Kompetenz, Mitarbeitende bringen eigene Ideen ein |
| Regeln und Governance | Keine Regeln, kein Überblick über Tools | Mündliche Hinweise | Richtlinie, Tool-Register, Zuständigkeiten | Richtlinie wird geprüft und gelebt, Freigabeprozess für neue Tools |
| Dimension | Stufe (1 bis 4) | Begründung in einem Satz |
|---|---|---|
| Strategie und Ziele | [ ] | [ ] |
| Prozesse | [ ] | [ ] |
| Daten | [ ] | [ ] |
| Systeme und IT | [ ] | [ ] |
| Menschen und Kompetenz | [ ] | [ ] |
| Regeln und Governance | [ ] | [ ] |
| Durchschnitt | [ ] |
Auswertung: Dimensionen mit Stufe 1 sind Voraussetzungen, die Sie in den ersten 90 Tagen angehen sollten. Liegt der Durchschnitt unter 2, wählen Sie einen Anwendungsfall mit wenig Systemanbindung (etwa einen Assistenten für Texte und Wissen) oder starten mit kleinem Umfang, Entwürfen statt Direktbuchung und Parallelbetrieb zur Handarbeit. Ab 3 sind Automatisierungen mit Systemanbindung realistisch. Die Stufen sind eine Selbsteinschätzung und keine genormte Methode.
Beispiel (fiktiv): Strategie 1, Prozesse 2, Daten 2, Systeme 3, Menschen 2, Regeln 1. Durchschnitt 1,8. Konsequenz: Regeln und Tool-Register zuerst (Stufe 1). Weil der Durchschnitt unter 2 liegt, startet der Pilot klein: Das System legt im ERP nur Entwürfe an und läuft zunächst parallel zur Handarbeit.
2. Ziele
So füllen Sie das aus: Leiten Sie 3 bis 5 Ziele aus den Unternehmenszielen ab. Ein gutes Ziel nennt eine Kennzahl, einen Ausgangswert, einen Zielwert und einen Termin. „Wir wollen effizienter werden“ ist kein Ziel. „Die Erfassungszeit pro Bestellung sinkt bis zum 30.06. von 5 auf 2 Minuten“ ist eins. Messen Sie den Ausgangswert jetzt, nicht später.
| Nr. | Ziel | Kennzahl | Ausgangswert | Zielwert | Termin | Verantwortlich |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Z1 | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Z2 | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Z3 | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Z4 | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
Beispiel (fiktiv):
| Nr. | Ziel | Kennzahl | Ausgangswert | Zielwert | Termin | Verantwortlich |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Z1 | Aufträge schneller erfassen | Minuten Handarbeit pro Bestellung | 5 | 2 | 30.06. | Leitung Innendienst |
| Z2 | Weniger Fehler bei der Artikelzuordnung | Anteil falscher Positionen | 4 % | 2 % | 30.06. | Leitung Innendienst |
| Z3 | Angebote schneller verschicken | Durchschnittliche Dauer bis Angebot | 2 Tage | 1 Tag | 31.12. | Leitung Vertrieb |
| Z4 | Sicherer Umgang mit KI im Haus | Anteil Mitarbeitende mit Einweisung, Richtlinie in Kraft | 0 % | 100 % | 31.03. | KI-Verantwortliche |
3. Anwendungsfälle sammeln
So füllen Sie das aus: Ein Anwendungsfall ist ein konkreter Ablauf, in dem KI eine Aufgabe übernimmt oder vorbereitet, zum Beispiel „Bestellungen aus E-Mail ins ERP übernehmen“. Sammeln Sie breit, bewertet wird später. Drei Methoden haben sich bewährt.
Methode 1, Prozessliste pro Abteilung: Jede Fachbereichsleitung listet ihre zehn zeitaufwendigsten wiederkehrenden Tätigkeiten mit geschätzter Häufigkeit und Dauer. Typische Auslöser sind Tätigkeiten, bei denen jemand liest, abtippt, weiterleitet oder zusammenfasst.
Methode 2, Interviews: Sprechen Sie mit den Menschen, die den Ablauf täglich bearbeiten, nicht nur mit den Leitungen. Die Leitfragen finden Sie im Anhang B.
Methode 3, Beispielfälle: Bitten Sie zu jedem Kandidaten um zwanzig echte Beispielfälle. Daran sehen alle, wie einheitlich oder uneinheitlich die Eingänge sind.
Gesamtliste der gesammelten Ideen:
| Nr. | Anwendungsfall (ein Satz) | Abteilung | Quelle (Prozessliste, Interview, Beispielfall) |
|---|---|---|---|
| A1 | [ ] | [ ] | [ ] |
| A2 | [ ] | [ ] | [ ] |
| A3 | [ ] | [ ] | [ ] |
| A4 | [ ] | [ ] | [ ] |
| A5 | [ ] | [ ] | [ ] |
Steckbrief pro Anwendungsfall
Kopieren Sie diesen Steckbrief für jeden Fall, der in die engere Wahl kommt (etwa 5 bis 10 Stück).
| Feld | Eintrag |
|---|---|
| Nr. und Name | [ ] |
| Abteilung / Verantwortliche/r im Fachbereich | [ ] |
| Problem heute (in zwei Sätzen) | [ ] |
| Gewünschter Zustand | [ ] |
| Eingangsdaten (Quelle, Format) | [ ] |
| Ergebnis und Zielsystem | [ ] |
| Fallzahl pro Monat | [ ] |
| Minuten pro Fall heute | [ ] |
| Varianten und Sonderfälle (Schätzung) | [ ] |
| Beteiligte Systeme | [ ] |
| Enthält personenbezogene Daten? (ja/nein, welche) | [ ] |
| Was passiert, wenn die KI sich irrt? | [ ] |
| Wer prüft das Ergebnis? | [ ] |
| Betrifft Beschäftigte (Leistung, Verhalten, Personalentscheidungen)? | [ ] |
| Bekannte Hürden | [ ] |
Beispiel (fiktiv), Steckbrief A1: Auftragseingang automatisieren. Abteilung Innendienst. Problem: Bestellungen kommen per E-Mail und PDF in einem Sammelpostfach und werden von Hand ins ERP übertragen. Gewünscht: Die Bestellung wird gelesen, Artikel werden zugeordnet, der Auftrag wird im ERP als Entwurf angelegt, nur Abweichungen gehen zur Prüfung. Eingang: E-Mail, PDF, teils Excel. Fallzahl 3.000 pro Monat, 5 Minuten pro Fall. Sonderfälle: rund 25 % (Kundenartikelnummern, Abkürzungen). Systeme: Microsoft 365, ERP. Personenbezug: Namen von Ansprechpartnern. Bei Irrtum: falscher Artikel, fällt bei der Prüfung der Abweichungen auf. Prüfung: Innendienst. Betrifft Beschäftigte: nein.
4. Bewerten und priorisieren
So füllen Sie das aus: Bewerten Sie jeden Anwendungsfall in der Matrix. Jedes Kriterium bekommt eine Zahl von 1 bis 5 (Skala unten). Dann bilden Sie getrennt für Nutzen und für Machbarkeit den gewichteten Durchschnitt. Bewerten Sie im Team und nicht allein, und vergeben Sie die Noten, bevor Sie die Summen ausrechnen, damit das Ergebnis nicht zum Wunsch passend gedreht wird.
4.1 Skala und Gewichte
| Kriterium | Gewicht | 1 | 3 | 5 |
|---|---|---|---|---|
| Nutzen: Zeit | 3 | unter 10 Stunden im Monat | 20 bis 60 Stunden im Monat | über 100 Stunden im Monat |
| Nutzen: Kosten und Fehler | 2 | kaum Kosten oder Fehler betroffen | spürbare Fehler- oder Sachkosten | hohe Fehlerkosten, Reklamationen, Nacharbeit |
| Nutzen: Qualität und Kundenerlebnis | 1 | kaum sichtbar | Kunden oder Partner merken es | klarer Vorteil im Wettbewerb |
| Nutzen: Umsatz | 1 | kein Einfluss | indirekt (schnellere Angebote) | direkt (mehr Abschlüsse, neue Erlöse) |
| Machbarkeit: Daten | 3 | Daten auf Papier oder verstreut | digital, aber uneinheitlich | digital, einheitlich, sauber |
| Machbarkeit: Systemzugang | 2 | keine Schnittstelle | Schnittstelle mit Aufwand | gut dokumentierte Schnittstelle oder bereits Standardanbindung |
| Machbarkeit: Regelhaftigkeit | 2 | jeder Fall anders | klare Regeln mit vielen Ausnahmen | klare Regeln, wenige Ausnahmen |
| Machbarkeit: Risiko und Recht | 2 | Personenentscheidungen oder besondere Daten, Fehler gehen direkt zum Kunden | personenbezogene Daten, Prüfung vorhanden | keine Personendaten, Fehler fallen sicher auf |
| Machbarkeit: Akzeptanz | 1 | starke Vorbehalte im Team | gemischt | Team fordert die Lösung |
Die Werte 2 und 4 liegen jeweils dazwischen. Rechenbeispiel A1: Nutzen = (3 × 5 + 2 × 4 + 1 × 3 + 1 × 2) / 7 = 4,0. Machbarkeit = (3 × 3 + 2 × 4 + 2 × 4 + 2 × 4 + 1 × 4) / 10 = 3,7. Die Stundenschwellen sind Vorschläge für ein Unternehmen mit etwa 100 bis 500 Mitarbeitenden. Passen Sie sie an Ihre Größe an.
Rechnung: Nutzen = (3 × Zeit + 2 × Kosten + 1 × Qualität + 1 × Umsatz) / 7. Machbarkeit = (3 × Daten + 2 × System + 2 × Regeln + 2 × Risiko + 1 × Akzeptanz) / 10. Beide Ergebnisse liegen zwischen 1 und 5.
4.2 Bewertungstabelle
| Nr. | Anwendungsfall | Zeit | Kosten | Qualität | Umsatz | Nutzen | Daten | System | Regeln | Risiko | Akzeptanz | Machbarkeit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A1 | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| A2 | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| A3 | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| A4 | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
Beispiel (fiktiv):
| Nr. | Anwendungsfall | Zeit | Kosten | Qualität | Umsatz | Nutzen | Daten | System | Regeln | Risiko | Akzeptanz | Machbarkeit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A1 | Auftragseingang | 5 | 4 | 3 | 2 | 4,0 | 3 | 4 | 4 | 4 | 4 | 3,7 |
| A2 | Angebotsentwurf aus Anfrage | 4 | 3 | 3 | 4 | 3,6 | 3 | 3 | 3 | 3 | 4 | 3,1 |
| A3 | Wissensassistent Produktdaten | 3 | 2 | 4 | 2 | 2,7 | 3 | 5 | 4 | 4 | 5 | 4,0 |
| A4 | Vorauswahl von Bewerbungen | 3 | 2 | 2 | 1 | 2,3 | 3 | 3 | 2 | 1 | 2 | 2,3 |
4.3 Nutzen-Aufwand-Matrix
Tragen Sie die Ergebnisse in die Matrix ein. Der Aufwand ist hier die Kehrseite der Machbarkeit: hohe Machbarkeit heißt geringer Aufwand. Eine Zahl ersetzt nicht das Urteil: Fälle, die unter eine verbotene Praxis fallen oder voraussichtlich Hochrisiko-Systeme sind (Abschnitt 8), scheiden unabhängig vom Ergebnis aus oder werden nur mit Fachrat weiterverfolgt. Als Faustregel gilt 3,5 als Trennlinie, Sie dürfen sie anpassen, wenn Sie mehr Kandidaten im Feld „Quick Wins“ brauchen.
| Machbarkeit hoch (3,5 und mehr) | Machbarkeit niedrig (unter 3,5) | |
|---|---|---|
| Nutzen hoch (3,5 und mehr) | Quick Wins: zuerst umsetzen | Große Projekte: planen, in Schritte teilen, Vorarbeit leisten |
| Nutzen niedrig (unter 3,5) | Füllaufgaben: nebenbei oder mit Standardtool | Finger weg: nicht verfolgen |
| Feld | Anwendungsfälle |
|---|---|
| Quick Wins | [ ] |
| Große Projekte | [ ] |
| Füllaufgaben | [ ] |
| Finger weg | [ ] |
Beispiel (fiktiv): A1 ist ein Quick Win (Nutzen 4,0, Machbarkeit 3,7). A2 ist ein großes Projekt (Nutzen hoch, Machbarkeit 3,1, weil Preislogik und Sonderartikel erst sauber beschrieben werden müssen). A3 ist eine Füllaufgabe und lässt sich mit einem Standardtool nebenbei erledigen. A4 gehört zu Finger weg, unter anderem weil KI-Systeme zur Auswahl von Bewerbern zu den Hochrisiko-Systemen nach Anhang III der KI-Verordnung zählen können (siehe Abschnitt 8).
Auswahl: Wählen Sie für die ersten 90 Tage ein bis zwei Quick Wins. Planen Sie die großen Projekte für Quartal 2 bis 4. Halten Sie fest, warum Sie etwas ausgeschlossen haben.
| Entscheidung | Anwendungsfall | Begründung |
|---|---|---|
| Pilot (erste 90 Tage) | [ ] | [ ] |
| Danach (Quartal 2 bis 4) | [ ] | [ ] |
| Zurückgestellt oder verworfen | [ ] | [ ] |
5. Make or buy: Wie setzen wir um?
So füllen Sie das aus: Es gibt drei Wege, nämlich Standardtools, Automatisierungsplattformen und eigene Lösungen. Wählen Sie pro priorisiertem Anwendungsfall den einfachsten Weg, der das Ziel erreicht. Preise und Funktionen ändern sich häufig, prüfen Sie sie direkt beim Anbieter.
| Weg | Beispiele | Passt, wenn | Grenzen |
|---|---|---|---|
| Standardtool | Microsoft Copilot, ChatGPT Team oder Enterprise, Claude, Gemini | Der Nutzen liegt in Texten, Recherche, Zusammenfassungen und Wissensarbeit einzelner Personen | Verändert keinen Ablauf von selbst, Nutzung hängt von den Einzelnen ab |
| Automatisierung mit Plattform | n8n, Make, Power Automate, jeweils mit KI-Modell | Ein wiederkehrender Ablauf verbindet E-Mail, Dokumente und Systeme, die Regeln sind klar | Braucht Schnittstellen, Konfiguration und Betreuung |
| Individuallösung | Eigene Entwicklung, spezialisierte Software | Der Ablauf ist ein Wettbewerbsvorteil oder Standardwege passen nicht | Höchster Aufwand, höhere Wartungskosten, Abhängigkeit vom Entwickler |
Entscheidungskriterien: Bewerten Sie jede Option mit 1 (schlecht) bis 5 (gut). Die Option mit der höchsten Summe ist ein Vorschlag, keine Pflicht.
| Kriterium | Standardtool | Plattform | Individuallösung |
|---|---|---|---|
| Passung zum Ablauf | [ ] | [ ] | [ ] |
| Kosten einmalig und laufend | [ ] | [ ] | [ ] |
| Zeit bis zum Start | [ ] | [ ] | [ ] |
| Anbindung an unsere Systeme | [ ] | [ ] | [ ] |
| Datenschutz und Hosting (siehe Abschnitt 6) | [ ] | [ ] | [ ] |
| Abhängigkeit vom Anbieter / Wechselbarkeit | [ ] | [ ] | [ ] |
| Betreuungsaufwand intern | [ ] | [ ] | [ ] |
| Summe | [ ] | [ ] | [ ] |
Zur Abhängigkeit vom Anbieter: Prüfen Sie, ob Sie Ihre Daten, Prompts und Abläufe exportieren können, ob sich das KI-Modell austauschen lässt und welche Kündigungsfristen gelten. Plattformen, in denen das Modell nur ein austauschbarer Baustein ist, sind hier im Vorteil. Notieren Sie die Antwort in der Zeile „Abhängigkeit vom Anbieter“.
Beispiel (fiktiv): Für A1 fällt die Wahl auf eine Plattform (n8n) mit einem KI-Modell zum Auslesen der Bestellungen und einer Schnittstelle zum ERP, weil der Ablauf Systeme verbindet. Für A3 reicht ein Standardtool mit Zugriff auf die freigegebenen SharePoint-Ordner. Die Individuallösung wird für keinen Fall gebraucht.
| Anwendungsfall | Gewählter Weg | Begründung | Ansprechperson beim Anbieter oder intern |
|---|---|---|---|
| [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
6. Daten und Systeme
So füllen Sie das aus: Gehen Sie für jeden priorisierten Anwendungsfall durch, welche Daten er braucht und ob Sie diese verwenden dürfen und können. Hier zeigt sich oft der größte Teil des Aufwands. Laut Bitkom (Erhebung 2026) nennen KI-Anwender als große Kostenposten Infrastruktur (51 Prozent), Datenaufbereitung (50 Prozent) und die Anbindung an bestehende Systeme (41 Prozent). Rechnen Sie das in Ihren Business Case ein. Ob für Ihr Vorhaben Fördermittel infrage kommen, erklärt der Beitrag KI-Förderung für Unternehmen.
| Anwendungsfall | Datenquelle | Qualität (1 bis 4) | Zugriff / Schnittstelle | Personenbezug? | Aufbereitung nötig? | Zuständig |
|---|---|---|---|---|---|---|
| [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
Prüffragen zu Hosting und Datenschutz:
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wo werden die Daten verarbeitet? (EU, Drittland, eigener Server) | [ ] |
| Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter? | [ ] |
| Werden unsere Daten zum Training der Modelle genutzt? Ist das abschaltbar? | [ ] |
| Gibt es Unterauftragnehmer? | [ ] |
| Wie werden Zugriffsrechte vergeben und protokolliert? | [ ] |
| Wie lange werden Daten gespeichert und wie löschen wir? | [ ] |
| Ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung nötig? | [ ] |
Datenreife: Prüfen Sie vor dem Start an 20 echten Fällen, ob die Daten für den Anwendungsfall reichen: Sind Pflichtangaben vorhanden, einheitlich und aktuell? Wer pflegt sie künftig? Fällt die Prüfung schlecht aus, ist die Datenaufbereitung der erste Schritt des Projekts und gehört ins Budget.
Hinweis: Verarbeitet ein Anbieter personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag, erfolgt das nach Art. 28 Abs. 3 DSGVO auf Grundlage eines Vertrags. Eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 DSGVO ist nötig, wenn die Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten von Personen hat, insbesondere bei neuen Technologien. Ihr Datenschutzbeauftragter oder Ihre Datenschutzberatung entscheidet im Einzelfall.
Beispiel (fiktiv): A1 nutzt E-Mails und PDF aus dem Sammelpostfach (Qualität 3), den Artikelstamm aus dem ERP (Qualität 3) und eine Liste der Kundenartikelnummern in Excel (Qualität 2, muss bereinigt werden). Personenbezug: Name und Telefonnummer von Ansprechpartnern. Aufbereitung: Kundenartikelnummern bereinigen, rund 3 Personentage. Anbieter: Verarbeitung in der EU, Vertrag zur Auftragsverarbeitung wird vor Start geschlossen.
7. Governance: Rollen, Entscheidungen, Regeln
So füllen Sie das aus: Klären Sie, wer was entscheidet. Mittelständische Unternehmen brauchen dafür kein Gremium mit Satzung. Eine Person mit Entscheidungsbefugnis und ein kleiner Kreis, der sich alle zwei bis vier Wochen kurz abstimmt, reicht.
7.1 Rollen
| Rolle | Aufgabe | Name |
|---|---|---|
| Sponsor (Geschäftsführung) | Gibt Budget frei, entscheidet bei Konflikten, hält das Thema oben | [ ] |
| KI-Verantwortliche/r | Koordiniert Strategie, Tool-Register, Schulung, berichtet an den Sponsor | [ ] |
| Fachbereich-Owner pro Anwendungsfall | Kennt den Ablauf, definiert Erfolgskriterien, prüft Ergebnisse | [ ] |
| IT | Systemzugang, Sicherheit, Betrieb, Schnittstellen | [ ] |
| Datenschutz | Prüft Verträge, Datenflüsse und Folgenabschätzung | [ ] |
| Betriebsrat (falls vorhanden) | Beteiligung nach BetrVG, siehe Abschnitt 8 | [ ] |
Die Bundesnetzagentur stellt klar, dass die KI-Verordnung weder einen KI-Beauftragten noch Zertifikate vorschreibt (Art. 4, Stand Oktober 2026). Die Rolle „KI-Verantwortliche/r“ ist hier eine Organisationsentscheidung, keine Pflicht.
7.2 Entscheidungsweg
| Entscheidung | Wer entscheidet | Wer wird einbezogen | Frist |
|---|---|---|---|
| Neues KI-Tool für die Nutzung im Unternehmen | [ ] | [ ] | [ ] |
| Neuer Anwendungsfall mit Personendaten | [ ] | [ ] | [ ] |
| Start oder Stopp eines Piloten | [ ] | [ ] | [ ] |
| Vorfall (falsches Ergebnis, Datenabfluss) | [ ] | [ ] | [ ] |
Beispiel (fiktiv): Neues Tool: KI-Verantwortliche entscheidet nach Prüfung durch IT und Datenschutz innerhalb von 10 Arbeitstagen. Anwendungsfall mit Personendaten: Sponsor entscheidet nach Stellungnahme des Datenschutzes. Piloten starten und stoppen: Sponsor auf Vorschlag des Fachbereich-Owners.
7.3 KI-Richtlinie
Eine kurze Richtlinie sagt allen Mitarbeitenden, welche Werkzeuge sie nutzen dürfen, welche Daten sie eingeben dürfen und wer Ergebnisse prüft. Bitkom empfiehlt Arbeitgebern, solche Regeln festzulegen, einschließlich der Frage, welche Tools zu welchem Zweck genutzt werden dürfen. Nach der Bitkom-Erhebung 2025 hatten erst 23 Prozent der Unternehmen Regeln aufgestellt. Eine fertige Vorlage dazu finden Sie unter KI-Richtlinie-Vorlage.
| Punkt | Stand |
|---|---|
| Richtlinie erstellt am | [ ] |
| Freigegeben durch | [ ] |
| Mitarbeitende informiert am | [ ] |
| Nächste Überprüfung | [ ] |
7.4 Tool-Register
Führen Sie eine Liste aller KI-Werkzeuge, die im Unternehmen im Einsatz sind. Sie ist die Grundlage für Datenschutz, Kosten, Schulung und die rechtliche Einordnung.
| Tool | Zweck | Wer nutzt es? | Datenarten | Vertrag zur Auftragsverarbeitung | Risikoklasse laut Abschnitt 8 | Verantwortlich | Geprüft am |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
Beispiel (fiktiv): Microsoft Copilot (Wissensassistent, Vertrieb und Innendienst, interne Produktdokumente, Vertrag im Rahmen des Microsoft-Vertrags vorhanden, minimales Risiko, KI-Verantwortliche, geprüft am 15.01.).
8. Recht und Risiko
Dieser Abschnitt gibt einen Überblick, Stand Oktober 2026. Er ersetzt keine Rechtsberatung. Lassen Sie kritische Fälle von Ihrem Datenschutzbeauftragten oder einer Fachkanzlei prüfen.
8.1 Die Risikoklassen der EU-KI-Verordnung in einfachen Worten
Die KI-Verordnung (Verordnung (EU) 2024/1689) teilt KI-Systeme laut Bundesnetzagentur in vier Stufen ein. Als Unternehmen, das KI-Systeme einsetzt, sind Sie „Betreiber“. Wer KI-Systeme entwickelt und anbietet, ist „Anbieter“ und hat weitergehende Pflichten.
| Stufe | Bedeutung | Beispiele | Was Sie tun |
|---|---|---|---|
| Unannehmbares Risiko | Verboten. Die Bundesnetzagentur nennt acht verbotene Praktiken, sie gelten seit 2. Februar 2025. Der Omnibus ergänzt Verbote für KI-Systeme zur Erzeugung nicht einvernehmlicher intimer Darstellungen und von Missbrauchsdarstellungen (laut Heuking ab 2. Dezember 2026). | Manipulation, Social Scoring, Emotionserkennung am Arbeitsplatz (Ausnahme: medizinische oder Sicherheitszwecke) | Nicht einsetzen. Prüfen, ob ein geplanter Fall in die Nähe kommt, etwa Software, die Stimmungen von Mitarbeitenden oder Anrufern auswertet. |
| Hohes Risiko | Strenge Anforderungen. Ob ein System dazu gehört, hängt vom Verwendungszweck ab. | Anhang III nennt unter anderem Systeme für Einstellung und Bewerberauswahl, für Entscheidungen über Beförderung, Kündigung oder Aufgabenverteilung und für Leistungs- und Verhaltensüberwachung von Beschäftigten sowie zur Bewertung der Kreditwürdigkeit natürlicher Personen | Im Mittelstand zunächst meiden oder Fachrat einholen. Die Anwendung ist nach dem Omnibus für eigenständige Systeme (Anhang III) auf den 2. Dezember 2027 verschoben, für Systeme in regulierten Produkten (Anhang I) auf den 2. August 2028. |
| Begrenztes Risiko | Transparenzpflichten | Chatbots für Kunden, KI-erzeugte oder -veränderte Bilder, Audio und Video | Sicherstellen, dass Nutzer merken, dass sie mit einer KI sprechen (Art. 50 Abs. 1, vor allem Pflicht der Anbieter, die Chatbot-Lösung gestaltet sie also mit). Deepfakes und KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse als KI-erzeugt kennzeichnen (Art. 50 Abs. 4, Pflicht der Betreiber; Ausnahme für Texte mit menschlicher redaktioneller Kontrolle). Die Pflichten gelten seit 2. August 2026. Für die maschinenlesbare Kennzeichnung durch Anbieter generativer Systeme, die schon vor diesem Datum am Markt waren, gilt eine Übergangsfrist bis 2. Dezember 2026. |
| Minimales Risiko | Weitgehend unreguliert | Textassistenten für interne Zwecke, Übersetzung, Rechtschreibprüfung, Zusammenfassungen | Normale Sorgfalt, Artikel 4 beachten |
Quellen für die Stufen und Verbote: Bundesnetzagentur, Fragen und Antworten zur KI-Verordnung. Quellen für die Fristen: Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital-Omnibus, in Kraft seit 27. Juli 2026 laut IHK) und die Auswertung von Heuking.
Hinweis: Die Omnibus-Änderung verschiebt vor allem die Hochrisiko-Pflichten. Die Pflicht zur KI-Kompetenz (Art. 4) und die Transparenzpflichten nach Art. 50 bleiben davon im Kern unberührt. Prüfen Sie Fristen vor wichtigen Entscheidungen noch einmal in der aktuellen Fassung.
8.2 KI-Kompetenz (Art. 4)
Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen, müssen laut Bundesnetzagentur Maßnahmen ergreifen, um die Entwicklung der KI-Kompetenz ihres Personals zu unterstützen. Die Bundesnetzagentur nennt, was nicht vorgeschrieben ist: ein bestimmtes Kompetenzniveau je Person, formalisierte Trainings, externe Zertifikate und ein KI-Beauftragter. Sie empfiehlt, die Maßnahmen gut zu dokumentieren (Art, Umfang, Zeitpunkt, Teilnehmende, Auswertung, Auffrischung). Das Schulungsformular in Abschnitt 9 ist darauf ausgelegt.
8.3 Datenschutz (DSGVO)
Prüfen Sie für jeden Anwendungsfall, ob personenbezogene Daten verarbeitet werden. Wenn ja: Rechtsgrundlage klären, Vertrag zur Auftragsverarbeitung abschließen (Art. 28 DSGVO), Datenschutz-Folgenabschätzung prüfen (Art. 35 DSGVO), Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten ergänzen und Mitarbeitende sowie Betroffene informieren.
8.4 Mitbestimmung (BetrVG)
Gibt es einen Betriebsrat, binden Sie ihn früh ein. Drei Vorschriften sind besonders relevant:
- § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG: Der Betriebsrat hat mitzubestimmen bei der Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen. Das Gesetz stellt auf die Eignung zur Überwachung ab, auch ein Werkzeug ohne diese Absicht kann also erfasst sein.
- § 90 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG: Der Arbeitgeber muss den Betriebsrat über die Planung von Arbeitsverfahren und Arbeitsabläufen einschließlich des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz rechtzeitig unter Vorlage der erforderlichen Unterlagen unterrichten. Nach Abs. 2 sind die Maßnahmen und ihre Auswirkungen auf die Beschäftigten so rechtzeitig zu beraten, dass Vorschläge und Bedenken bei der Planung berücksichtigt werden können.
- § 80 Abs. 3 Satz 2 BetrVG: Muss der Betriebsrat die Einführung oder Anwendung von KI beurteilen, gilt die Hinzuziehung eines Sachverständigen insoweit als erforderlich.
Praktisch heißt das: Sprechen Sie vor dem Pilot mit dem Betriebsrat, erklären Sie Zweck und Datenflüsse und prüfen Sie, ob eine Betriebsvereinbarung sinnvoll ist.
8.5 Überblick und Prüfung
| Prüfpunkt | Gilt für uns? | Maßnahme | Verantwortlich | Termin |
|---|---|---|---|---|
| Verbotene Praktiken ausgeschlossen | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Anwendungsfall betrifft Entscheidungen über Personen (mögliches Hochrisiko) | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Transparenzpflichten (Chatbot, KI-Inhalte) | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| KI-Kompetenz, Dokumentation der Maßnahmen | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Personenbezogene Daten, Auftragsverarbeitung, Folgenabschätzung | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Betriebsrat informiert und beteiligt | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Urheberrecht und Geschäftsgeheimnisse in der Richtlinie geregelt | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
Beispiel (fiktiv): A1 und A3: keine verbotene Praxis, keine Entscheidung über Personen, keine Chatbot-Kundenkommunikation. Personenbezug begrenzt auf Geschäftskontakte, Vertrag zur Auftragsverarbeitung vor Start, Folgenabschätzung laut Datenschutz nicht erforderlich (Begründung dokumentiert). Betriebsrat: Informationstermin in Woche 2 des 90-Tage-Plans, Betriebsvereinbarung „KI-Werkzeuge“ wird vorbereitet.
9. Menschen und Kompetenz
So füllen Sie das aus: Die beste Lösung scheitert, wenn niemand sie nutzt. Sagen Sie früh, warum Sie KI einführen und was sich für die Einzelnen ändert, und sagen Sie auch, was Sie noch nicht wissen. In der Bitkom-Erhebung 2026 bewerten 66 Prozent der Unternehmen die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten als gering, und 42 Prozent der KI-Nutzer nennen fehlende Akzeptanz der Mitarbeitenden als Hürde.
9.1 Schulungsplan (zugleich Dokumentation nach Art. 4)
| Zielgruppe | Inhalt | Format / Dauer | Anbieter | Termin | Teilnehmende | Auswertung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Alle Mitarbeitenden | Grundlagen, Richtlinie, Datenschutz, Umgang mit Fehlern | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Pilotnutzer | Bedienung der konkreten Lösung, Prüfen der Ergebnisse | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Führungskräfte | Ziele, Rollen, Umgang mit Ängsten im Team | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| IT und KI-Verantwortliche | Betrieb, Sicherheit, Tool-Register | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
Beispiel (fiktiv): Alle: 90 Minuten Einweisung inklusive Richtlinie, 3 Termine im Februar, Teilnahmeliste, Kurzfragebogen. Pilotnutzer Innendienst: 2 × 2 Stunden Workshop am echten Postfach mit den eigenen Beispielfällen.
9.2 Kommunikation und Umgang mit Ängsten
Beantworten Sie diese Fragen schriftlich und teilen Sie die Antworten mit der Belegschaft:
| Frage | Unsere Antwort |
|---|---|
| Warum führen wir KI ein? | [ ] |
| Was ändert sich für wen? | [ ] |
| Ist mein Arbeitsplatz betroffen? Was sagen wir ehrlich dazu? | [ ] |
| Wie stellen wir sicher, dass Leistung und Verhalten nicht überwacht werden? | [ ] |
| Wo können Mitarbeitende Fragen stellen und Bedenken äußern? | [ ] |
| Wie fließen Rückmeldungen in die Planung ein? | [ ] |
Machen Sie keine Zusagen, die Sie nicht halten können. Wenn Stellen nicht abgebaut werden sollen, sagen Sie es nur, wenn es auch gilt. Wenn offen ist, wie sich Aufgaben verändern, sagen Sie auch das.
9.3 Pilotnutzer
Wählen Sie für jeden Pilot 3 bis 8 Personen aus. Gut sind Menschen, die den Ablauf kennen, gern Dinge ausprobieren und offen Kritik äußern. Planen Sie wöchentlich 30 Minuten Austausch ein.
| Pilot | Pilotnutzer | Zeit pro Woche | Ansprechperson |
|---|---|---|---|
| [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
10. Business Case
So füllen Sie das aus: Rechnen Sie pro Pilot oder Anwendungsfall. Verwenden Sie die Zahlen aus dem Steckbrief und rechnen Sie mit einem vorsichtigen und einem erwarteten Szenario. Bedenken Sie: Gesparte Stunden sind zunächst freie Kapazität. Zu echter Einsparung werden sie, wenn Sie Überstunden abbauen, Stellen nicht neu besetzen oder die Zeit für Aufgaben nutzen, die Umsatz bringen.
Formeln:
- Zeitersparnis pro Monat in Stunden = Stunden heute pro Monat × Automatisierungsanteil
- Nutzen pro Monat in Euro = Zeitersparnis × Kostensatz je Stunde (Vollkosten inklusive Nebenkosten) + vermiedene Fehlerkosten + Zusatzumsatz
- Netto-Nutzen pro Monat = Nutzen pro Monat minus laufende Kosten pro Monat
- Amortisation in Monaten = einmalige Kosten geteilt durch Netto-Nutzen pro Monat
Zum Automatisierungsanteil: Er gibt an, welcher Teil der heutigen Arbeitszeit wegfällt. Er ist nicht der Anteil der Fälle, die vollautomatisch durchlaufen, denn auch die geprüften Fälle sparen Zeit oder kosten Prüfzeit. Schätzen Sie ihn vorsichtig und überprüfen Sie ihn nach dem Pilot.
Kosten, die Sie nicht vergessen sollten: Lizenzen und Modellnutzung, Einrichtung und Anbindung, Datenaufbereitung, Schulung, Betreuung und Anpassung im Betrieb, interner Zeitaufwand. Bitkom nennt als häufige Kostenposten bei KI-Anwendern Infrastruktur, Datenaufbereitung und die Integration in bestehende Systeme. Modellnutzung wird oft nach Verbrauch abgerechnet. Schätzen Sie die Menge (Fälle pro Monat mal Kosten pro Fall), planen Sie einen Puffer ein und legen Sie ein Monatslimit beim Anbieter fest, damit ein Fehler im Ablauf keine unerwartete Rechnung erzeugt.
| Posten | Vorsichtiges Szenario | Erwartetes Szenario |
|---|---|---|
| Stunden heute pro Monat | [ ] | [ ] |
| Automatisierungsanteil | [ ] | [ ] |
| Zeitersparnis pro Monat (Stunden) | [ ] | [ ] |
| Kostensatz je Stunde (Euro) | [ ] | [ ] |
| Nutzen aus Zeit pro Monat | [ ] | [ ] |
| Vermiedene Fehlerkosten pro Monat | [ ] | [ ] |
| Zusatzumsatz pro Monat | [ ] | [ ] |
| Nutzen gesamt pro Monat | [ ] | [ ] |
| Laufende Kosten pro Monat | [ ] | [ ] |
| Netto-Nutzen pro Monat | [ ] | [ ] |
| Einmalige Kosten | [ ] | [ ] |
| Amortisation in Monaten | [ ] | [ ] |
Beispiel (fiktiv), Anwendungsfall A1 Auftragseingang: 3.000 Bestellungen im Monat zu je 5 Minuten ergeben 250 Stunden im Monat. Kostensatz 45 Euro je Stunde. Einmalige Kosten 30.000 Euro (Einrichtung, Anbindung ans ERP, Bereinigung der Kundenartikelnummern, Schulung). Laufende Kosten 1.200 Euro im Monat (Modellnutzung, Plattform, Betreuung). Fehlerkosten und Zusatzumsatz bleiben unberücksichtigt. Der Kostensatz von 45 Euro ist eine Annahme für das Beispiel.
| Posten | Vorsichtig | Erwartet |
|---|---|---|
| Stunden heute pro Monat | 250 | 250 |
| Automatisierungsanteil | 40 % | 60 % |
| Zeitersparnis pro Monat (Stunden) | 100 | 150 |
| Kostensatz je Stunde | 45 € | 45 € |
| Nutzen gesamt pro Monat | 4.500 € | 6.750 € |
| Laufende Kosten pro Monat | 1.200 € | 1.200 € |
| Netto-Nutzen pro Monat | 3.300 € | 5.550 € |
| Einmalige Kosten | 30.000 € | 30.000 € |
| Amortisation in Monaten | rund 9 | rund 5 |
Die Amortisation zählt ab dem Produktivstart. Rechnen Sie die Monate davor dazu: Dauert es im Beispiel drei Monate bis zum Start und fallen in dieser Zeit schon laufende Kosten an (33.600 Euro insgesamt), liegt die Amortisation gerechnet ab Projektbeginn bei rund 13 Monaten (vorsichtig: 33.600 / 3.300 gleich 10,2, plus 3) beziehungsweise rund 9 Monaten (erwartet: 33.600 / 5.550 gleich 6,1, plus 3). Wer nur die Zeit nach dem Start rechnet, sieht ein zu günstiges Bild.
Gesamtbudget für 12 Monate:
| Posten | Einmalig | Laufend pro Monat | Summe 12 Monate |
|---|---|---|---|
| [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Gesamt | [ ] | [ ] | [ ] |
11. Roadmap
11.1 Pilot definieren
Ein Pilot ist ein begrenzter, zeitlich festgelegter Test mit echten Daten und echten Nutzern. Legen Sie vorher fest, woran Sie Erfolg und Abbruch erkennen. So vermeiden Sie, dass ein mittelmäßiger Pilot aus Gewohnheit weiterläuft.
| Feld | Eintrag |
|---|---|
| Pilot (Anwendungsfall) | [ ] |
| Ziel (Verweis auf Z1 bis Z4) | [ ] |
| Umfang (Abteilung, Kundengruppe, Fallzahl) | [ ] |
| Dauer und Start | [ ] |
| Team (Fachbereich-Owner, IT, Pilotnutzer) | [ ] |
| Erfolgskriterien (mit Zahlen) | [ ] |
| Abbruchkriterien (mit Zahlen) | [ ] |
| Budget | [ ] |
| Entscheidung am | [ ] |
Beispiel (fiktiv): Pilot A1. Umfang: Bestellungen von 60 ausgewählten Kunden, rund 20 % der Fälle, parallel zur Handarbeit in den ersten zwei Wochen. Dauer 8 Wochen. Erfolg: mindestens 60 % der Fälle ohne Korrektur, Fehlerquote bei der Artikelzuordnung höchstens 2 %, Innendienst bewertet die Entlastung mit mindestens 4 von 5. Abbruch: Fehlerquote über 4 % nach 4 Wochen, oder mehr als zwei Fehler, die erst beim Kunden auffallen. Entscheidung: Sponsor in der letzten Woche.
11.2 90-Tage-Plan
| Woche | Aufgabe | Verantwortlich | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 1 bis 2 | Strategie freigeben, Sponsor und KI-Verantwortliche benennen, Betriebsrat informieren, Tool-Register anlegen | [ ] | [ ] |
| 2 bis 3 | KI-Richtlinie in Kraft setzen, Mitarbeitende informieren, Kurzumfrage zur Schatten-KI auswerten | [ ] | [ ] |
| 3 bis 4 | Pilot festlegen, Beispielfälle sammeln, Ausgangswerte messen, Verträge und Datenschutzprüfung | [ ] | [ ] |
| 5 bis 8 | Lösung aufbauen und anbinden, Datenaufbereitung, Regeln für Unsicherheit festlegen, Schulung der Pilotnutzer | [ ] | [ ] |
| 9 bis 10 | Testlauf parallel zur Handarbeit, wöchentlich Fehler auswerten und nachbessern | [ ] | [ ] |
| 11 bis 12 | Pilotbetrieb mit begrenztem Umfang, Kennzahlen erfassen | [ ] | [ ] |
| 13 | Auswertung gegen Erfolgs- und Abbruchkriterien, Entscheidung weitermachen / anpassen / stoppen | [ ] | [ ] |
11.3 12-Monats-Plan
| Quartal | Schwerpunkt | Anwendungsfälle | Meilenstein | Budget |
|---|---|---|---|---|
| Q1 | Grundlagen und Pilot | [ ] | [ ] | [ ] |
| Q2 | Ausweitung des Piloten, zweiter Anwendungsfall starten | [ ] | [ ] | [ ] |
| Q3 | Weitere Anwendungsfälle, Schulung vertiefen | [ ] | [ ] | [ ] |
| Q4 | Auswertung, Strategie überarbeiten, Planung nächstes Jahr | [ ] | [ ] | [ ] |
Beispiel (fiktiv): Q1: Richtlinie, Register, Schulung, Pilot A1 (Ende Q1 Entscheidung). Q2: A1 für alle Kunden, Wissensassistent A3 mit Standardtool einführen. Q3: Start A2 (Angebotsentwurf) nach Vorarbeit an Preislogik. Q4: Jahresauswertung, Überprüfung der Strategie.
12. Messen und nachsteuern
So füllen Sie das aus: Legen Sie fest, welche Zahlen Sie regelmäßig anschauen und wer sie liefert. Wenige Kennzahlen, dafür verlässlich. Messen Sie bei jedem Anwendungsfall dasselbe wie im Ausgangswert.
| Kennzahl | Ausgangswert | Ziel | Quelle der Daten | Rhythmus | Verantwortlich |
|---|---|---|---|---|---|
| Bearbeitungszeit pro Fall | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Anteil Fälle ohne Korrektur | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Fehlerquote | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Durchlaufzeit (Eingang bis Abschluss) | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Laufende Kosten pro Monat | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Nutzung (aktive Nutzer, Anteil der Berechtigten) | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Zufriedenheit der Nutzer (Skala 1 bis 5) | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
| Schulungsquote | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] | [ ] |
Rhythmus:
| Termin | Teilnehmende | Inhalt |
|---|---|---|
| Wöchentlich im Pilot (30 Minuten) | Fachbereich-Owner, IT, Pilotnutzer | Fehler, Auffälligkeiten, Änderungen |
| Monatlich (45 Minuten) | Sponsor, KI-Verantwortliche, IT, Fachbereich-Owner | Kennzahlen, Budget, Risiken, nächste Schritte |
| Quartalsweise | Geschäftsführung | Zielerreichung, Prioritäten, Budget |
| Jährlich | Geschäftsführung und Beteiligte | Strategie überarbeiten, Reifegrad neu bewerten |
Wann ausweiten, anpassen, stoppen:
| Situation | Entscheidung |
|---|---|
| Erfolgskriterien erreicht, keine schweren Vorfälle | Ausweiten (mehr Fälle, mehr Kunden, weitere Abteilung) |
| Ziele knapp verfehlt, Ursache bekannt und behebbar | Anpassen und den Pilot um 4 Wochen verlängern, einmalig |
| Abbruchkriterium erreicht oder Ursache unklar | Stoppen, Erkenntnisse dokumentieren, Alternative prüfen |
| Datenschutz- oder Sicherheitsvorfall | Sofort pausieren, Sponsor und Datenschutz informieren, Ursache klären |
Beispiel (fiktiv): Nach 8 Wochen liegt der Anteil ohne Korrektur bei 55 %, die Fehlerquote bei 2,4 %. Entscheidung: Anpassen, 4 Wochen verlängern, Kundenartikelnummern nachpflegen, Ziel danach erneut prüfen.
Anhang A: Checkliste „Strategie fertig?“
| Prüfpunkt | Erledigt |
|---|---|
| Ausgangslage beschrieben, auch Schatten-KI erfasst | [ ] |
| Reifegrad von mindestens drei Personen bewertet | [ ] |
| Drei bis fünf Ziele mit Kennzahl, Ausgangswert, Zielwert und Termin | [ ] |
| Mindestens fünf Anwendungsfälle gesammelt, die wichtigsten im Steckbrief | [ ] |
| Bewertung nach Matrix, Entscheidung für ein bis zwei Piloten begründet | [ ] |
| Make-or-buy-Entscheidung je Pilot getroffen | [ ] |
| Daten, Hosting und Auftragsverarbeitung geklärt | [ ] |
| Rollen benannt, Sponsor und KI-Verantwortliche/r eingetragen | [ ] |
| KI-Richtlinie beschlossen, Tool-Register angelegt | [ ] |
| Rechtliche Prüfung nach Abschnitt 8 durchgeführt, Betriebsrat beteiligt | [ ] |
| Schulungsplan mit Dokumentation steht | [ ] |
| Business Case mit vorsichtigem und erwartetem Szenario gerechnet | [ ] |
| Pilot mit Erfolgs- und Abbruchkriterien definiert | [ ] |
| 90-Tage-Plan mit Verantwortlichen und Terminen | [ ] |
| Kennzahlen und Reviewrhythmus festgelegt | [ ] |
| Seite „Auf einer Seite“ ausgefüllt, Geschäftsführung hat freigegeben | [ ] |
Anhang B: Leitfragen für Interviews mit Fachbereichsleitungen und Sachbearbeitung
Planen Sie 45 Minuten pro Gespräch. Fragen Sie nach konkreten Beispielen aus der vergangenen Woche, nicht nach allgemeinen Eindrücken.
Zum Alltag:
- Welche Tätigkeiten wiederholen sich bei Ihnen jede Woche am häufigsten?
- Welche davon kosten am meisten Zeit? Wie viele Fälle sind es, und wie lange dauert ein Fall?
- Welche Aufgaben erledigen Sie nur, weil es immer so war?
- Wo tippen Sie Daten ab, kopieren sie von einem System ins andere oder suchen Informationen?
- Was bleibt liegen, wenn jemand im Urlaub oder krank ist?
Zu Fehlern und Qualität:
- Wo passieren die meisten Fehler oder Rückfragen? Was kosten sie?
- Welche Aufgaben sind so uneinheitlich, dass sie kaum jemand außer Ihnen kann?
- Welche Entscheidungen müssen immer ein Mensch treffen?
Zu Systemen und Daten:
- Welche Systeme, Listen und Postfächer nutzen Sie dafür?
- Wo liegen die Informationen, die Sie brauchen? Sind sie aktuell?
- Gibt es Schnittstellen oder Exporte?
Zu KI heute:
- Nutzen Sie oder Ihr Team KI-Werkzeuge? Welche, wofür, mit welchen Daten?
- Was hat gut funktioniert, was nicht?
Zu Wünschen und Bedenken:
- Welche Aufgabe würden Sie am liebsten abgeben?
- Was würde Sie an einer Automatisierung stören oder beunruhigen?
- Woran würden Sie merken, dass es besser geworden ist?
- Wer im Team sollte den ersten Test begleiten?
Nach dem Gespräch: Tragen Sie jede genannte Aufgabe in die Gesamtliste in Abschnitt 3 ein und legen Sie für aussichtsreiche Fälle einen Steckbrief an.
Häufige Fragen
Was gehört in eine KI-Strategie?
Eine KI-Strategie für den Mittelstand legt fest, welche Geschäftsziele KI unterstützen soll, welche Anwendungsfälle zuerst umgesetzt werden, welche Daten und Systeme dafür nötig sind, wer zuständig ist, welche Regeln gelten und wie Sie den Erfolg messen. Dazu kommen ein Business Case und ein Zeitplan für die nächsten zwölf Monate.
Wie lange dauert es, eine KI-Strategie zu entwickeln?
Für ein Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitenden sind zwei bis vier Wochen realistisch, wenn eine Person die Federführung hat und die Fachbereiche je ein bis zwei Stunden für Interviews einplanen. Der größte Zeitfaktor ist meist das Einholen von Zahlen, nicht das Schreiben.
Brauchen wir für eine KI-Strategie einen Berater?
Eine KI-Strategie lässt sich auch ohne Berater erarbeiten. Mit klarem Ziel, Zugang zu den Fachbereichen und einer Person mit Entscheidungsbefugnis lässt sich die Strategie selbst erarbeiten. Externe Hilfe lohnt sich vor allem bei der technischen Bewertung einzelner Anwendungsfälle und bei der Umsetzung.
Welche Rolle spielt die EU-KI-Verordnung in der Strategie?
Die EU-KI-Verordnung bestimmt, welche Anwendungsfälle Sie meiden oder besonders prüfen sollten, etwa Systeme für Personalentscheidungen, und sie verlangt Maßnahmen zur KI-Kompetenz sowie Transparenz bei bestimmten Anwendungen. Die Vorlage enthält dafür einen Prüfabschnitt. Er ersetzt keine Rechtsberatung, Stand Oktober 2026.
Wann ist die Strategie fertig?
Die Strategie ist fertig, wenn Sie ein bis zwei priorisierte Anwendungsfälle mit Verantwortlichen, Kennzahlen und Terminen haben, die Rahmenregeln stehen und die Geschäftsführung den Plan freigegeben hat. Die Checkliste am Ende der Vorlage hilft bei der Prüfung.
Muss die Strategie jedes Jahr überarbeitet werden?
Prüfen Sie sie quartalsweise kurz und einmal im Jahr gründlich. Neue Werkzeuge, Gesetzesänderungen und Ihre eigenen Pilotergebnisse verändern die Prioritäten.
Wenn Sie Unterstützung möchten
Wir sehen uns Ihre Abläufe an, kostenlos
In der KI-Potenzialanalyse sprechen wir 30 bis 90 Minuten über Ihre Abläufe. Danach bekommen Sie einen schriftlichen Plan, den Sie auch ohne uns umsetzen können.
Quellen
- Bitkom, Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI (2026) · zuletzt geprüft
- Bitkom, Beschäftigte nutzen vermehrt Schatten-KI (2025) · zuletzt geprüft
- Statistisches Bundesamt (Destatis), Unternehmen mit Nutzung von Technologien der künstlichen Intelligenz nach Beschäftigtengrößenklassen (2025) · zuletzt geprüft
- acatech / Plattform Lernende Systeme, KI im Mittelstand: Roadmaps und Praxisbeispiele für den Einstieg (2021) · zuletzt geprüft
- Bundesnetzagentur, KI-Kompetenz nach Artikel 4 KI-Verordnung (2026) · zuletzt geprüft
- Bundesnetzagentur, Fragen und Antworten zur KI-Verordnung (2026) · zuletzt geprüft
- IHK, Digital-Omnibus-Verordnung zur KI tritt in Kraft (2026) · zuletzt geprüft
- Heuking, KI-Omnibus 2026: Trilog-Einigung zur Änderung des AI Act (2026) · zuletzt geprüft
- Bundesrepublik Deutschland, Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), § 87 Mitbestimmungsrechte · zuletzt geprüft
- Bundesrepublik Deutschland, Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), § 90 Unterrichtungs- und Beratungsrechte · zuletzt geprüft
- Bundesrepublik Deutschland, Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), § 80 Allgemeine Aufgaben · zuletzt geprüft
- Europäische Union, Datenschutz-Grundverordnung, Art. 28 und Art. 35 (2016), Textfassung dsgvo-gesetz.de · zuletzt geprüft