Ratgeber
KI-Förderung für Unternehmen: Programme für den Mittelstand in Bund, Bayern und EU (Stand Oktober 2026)

KI-Förderung gibt es für Unternehmen in Deutschland (Stand Oktober 2026) vor allem als Zuschuss zu Beratung und Weiterbildung, als zinsgünstiger KfW-Kredit mit Zuschuss für Digitalisierungsprojekte und als steuerliche Forschungszulage für echte Entwicklungsarbeit. In Bayern kommt der Digitalbonus dazu, der allerdings nur kleinen Unternehmen offensteht. Die früher oft genannten Programme go-digital und Digital Jetzt sind ausgelaufen.
Was ist KI-Förderung?
KI-Förderung ist kein einzelnes Programm. Gemeint sind öffentliche Zuschüsse, Kredite und Steuervorteile, mit denen Bund, Länder und EU Unternehmen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz unterstützen. Für den Mittelstand geht es dabei fast immer um Teilbeträge: einen Zuschuss zur Beratung, einen Teil der Schulungskosten oder einen günstigeren Kredit. Das Vorhaben selbst tragen Sie zum größten Teil.
Viele Programme fördern KI auch nicht unter diesem Namen. Sie heißen Digitalisierungsförderung, Beratungsförderung oder Weiterbildungsförderung, und KI ist eines der Themen, die darunter fallen. Deshalb lohnt sich der Blick auf die Bedingungen mehr als auf den Titel.
Alle Angaben in diesem Artikel haben wir im Oktober 2026 auf den Seiten der Förderstellen geprüft. Konditionen ändern sich, Budgets werden ausgeschöpft. Dieser Text ist eine Orientierung und keine Förder- oder Rechtsberatung. Verbindlich ist, was die Förderstelle Ihnen schreibt.
Welche KI-Förderprogramme gibt es 2026 im Überblick?
Die Tabelle zeigt die Programme, die für Unternehmen mit 30 bis 1.000 Mitarbeitenden am häufigsten in Frage kommen.
| Programm | Für wen | Was gefördert wird | Höhe | Stand Oktober 2026 |
|---|---|---|---|---|
| Mittelstand-Digital Zentren (Bund) | KMU, Handwerk, Start-ups | Workshops, Webinare, Begleitung, KI-Trainer | kostenfrei | Netzwerk läuft Ende 2026 aus, Nachfolge ausgeschrieben |
| BAFA: Förderung von Unternehmensberatungen | KMU unter 250 Beschäftigten | Einzelberatung bis 5 Tage | 50 % von max. 3.500 € in den alten Ländern inkl. Bayern, 80 % in den neuen Ländern | Anträge bis 31.12.2026 |
| KfW ERP-Förderkredit Digitalisierung (511/512) | KMU, in Stufe 2 und 3 bis 500 Mio. € Gruppenumsatz | Digitalisierungsvorhaben, auch KI mit eigenen Daten, Weiterbildung | Kredit, in Stufe 2 und 3 Zuschuss bis 200.000 € | Merkblatt Stand 23.04.2026 |
| Forschungszulage | alle steuerpflichtigen Unternehmen | Forschung und Entwicklung, z. B. eigene KI-Entwicklung | 25 %, KMU 35 % der Bemessungsgrundlage | Bemessungsgrundlage seit 2026 bis 12 Mio. € |
| Weiterbildungsförderung der Agentur für Arbeit | Beschäftigte aller Betriebsgrößen | zugelassene Weiterbildungen über 120 Stunden | 25 bis 100 % der Lehrgangskosten, je nach Betriebsgröße | laufend |
| Digitalbonus Bayern | kleine Unternehmen unter 50 Beschäftigten | Software, Robotik, Beratung und Schulung nur mit Umsetzung, IT-Sicherheit | bis 7.500 € (Standard) oder 30.000 € (Plus), max. 50 % | bis 31.12.2027 |
| European Digital Innovation Hubs (EU) | KMU, Small Midcaps, Start-ups | Test vor Investition, Qualifizierung, Hilfe bei Förderanträgen | teilweise kostenfrei | laufend |
Förderprogramme des Bundes
Mittelstand-Digital Zentren: kostenlose Unterstützung
Die Mittelstand-Digital Zentren sind der einfachste Einstieg. Das Bundeswirtschaftsministerium ermöglicht laut eigener Aussage die kostenfreie Nutzung aller Angebote von Mittelstand-Digital. Dazu gehören Veranstaltungen, Workshops und die Begleitung kleiner Projekte durch KI-Trainerinnen und -Trainer. Die Angebote sind anbieterneutral.
Das aktuelle Netzwerk läuft laut Ministerium Ende 2026 aus. Im Dezember 2025 wurde ein Förderaufruf für ein neues Netzwerk veröffentlicht, mit Schwerpunkt auf kleinen Unternehmen und zusätzlich auf Cybersicherheit. Angebote, die 2026 noch laufen, sollten Sie deshalb jetzt nutzen. Ab 2027 können sich Ansprechpartner und Formate ändern.
BAFA: Zuschuss für eine Beratung zu KI
Das BAFA bezuschusst Beratungen zu wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung. Eine Beratung zur Frage, wo KI in Ihrem Unternehmen sinnvoll ist, kann darunter fallen. Die Eckdaten laut Förderrichtlinie:
- Antragsberechtigt sind KMU nach EU-Definition, also unter 250 Beschäftigte und höchstens 50 Mio. € Umsatz oder 43 Mio. € Bilanzsumme, mit Sitz in Deutschland.
- Förderfähig sind höchstens 3.500 € Beratungskosten. In Bayern und den anderen alten Bundesländern gibt es 50 %, also höchstens 1.750 €. In den neuen Bundesländern sind es 80 %, höchstens 2.800 €.
- Gefördert werden nur Einzelberatungen von höchstens fünf Tagen, keine Seminare oder Workshops.
- Pro Unternehmen sind fünf Beratungen möglich, höchstens zwei pro Jahr. Die Richtlinie gilt für Anträge bis zum 31.12.2026.
Zwei Punkte werden oft übersehen. Erstens dürfen Sie erst mit der Beratung beginnen, wenn Sie das Informationsschreiben des BAFA haben, und schon der Vertragsschluss gilt als Beginn. Zweitens fördert das BAFA keine Beratung, deren Zweck der Kauf von Waren oder Leistungen ist, die der Berater selbst verkauft. Eine Beratung, die direkt in den Umsetzungsauftrag derselben Agentur führt, passt deshalb oft nicht in dieses Programm.
KfW: ERP-Förderkredit Digitalisierung
Für größere Vorhaben ist der ERP-Förderkredit Digitalisierung (Programmnummern 511 und 512) interessant. Er wird über die Hausbank beantragt und fördert in drei Stufen. Stufe 1 steht nur KMU offen, Stufe 2 und 3 auch Mittelständlern bis 500 Mio. € Gruppenumsatz.
KI ist in Stufe 3 ausdrücklich genannt, allerdings mit Bedingungen. Laut Merkblatt (Stand 23.04.2026) muss die Integration von KI eine wesentliche Rolle für das Vorhabensziel spielen und die KI unternehmensinterne Daten nutzen. Standardsoftware mit eingebauten KI-Werkzeugen gilt nicht als Einsatz von Zukunftstechnologie im Sinne der Förderung. Gezielte Weiterbildung der Mitarbeitenden zu diesen Technologien ist förderfähig, inklusive der Personalkosten der Teilnehmenden.
In Stufe 2 und 3 gibt es zusätzlich einen ERP-Förderzuschuss, der sich am ausgezahlten Kreditbetrag orientiert und höchstens 200.000 € beträgt. Den aktuellen Prozentsatz veröffentlicht die KfW auf ihrer Konditionenseite.
Forschungszulage: wenn Sie selbst entwickeln
Die Forschungszulage ist eine Steuerförderung für Forschung und Entwicklung. Sie passt, wenn Sie etwas technisch Neues entwickeln, etwa ein eigenes KI-Modell für die Qualitätsprüfung. Für die Einführung einer fertigen Lösung passt sie in der Regel nicht.
Die Zulage beträgt laut Forschungszulagengesetz 25 % der Bemessungsgrundlage, KMU können zehn Prozentpunkte mehr beantragen. Seit dem 1. Januar 2026 liegt die Bemessungsgrundlage bei höchstens 12 Mio. € pro Jahr. Für Vorhaben, die nach dem 31.12.2025 beginnen, werden außerdem Gemein- und Betriebskosten pauschal mit 20 % berücksichtigt. Das Verfahren ist zweistufig: Die Bescheinigungsstelle Forschungszulage prüft das Vorhaben, danach folgt der Antrag beim Finanzamt.
Welche Schulungen werden gefördert?
Für KI-Schulungen gibt es drei Wege. Welcher passt, hängt vor allem von der Länge der Schulung ab.
Lange Weiterbildungen fördert die Agentur für Arbeit. Voraussetzung ist, dass die Weiterbildung mehr als 120 Stunden umfasst und Kurs und Bildungsträger für die Förderung zugelassen sind. Die Agentur übernimmt dann einen Teil der Lehrgangskosten und zahlt einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt.
| Betriebsgröße | Lehrgangskosten | Zuschuss zum Arbeitsentgelt |
|---|---|---|
| unter 50 Beschäftigte | 100 % (Soll-Regel) | 75 % |
| unter 500 Beschäftigte | 50 % | 50 % |
| ab 500 Beschäftigte | 25 % | 25 % |
Mit einer Betriebsvereinbarung oder tariflichen Regelung zur Qualifizierung steigen die Sätze um fünf Prozentpunkte. Den Antrag stellen Sie möglichst früh vor Beginn über den Arbeitgeber-Service.
Kurze Formate wie ein halbtägiger KI-Workshop oder eine eintägige KI-Schulung erreichen die 120 Stunden nicht. Hier helfen eher die kostenfreien Angebote der Mittelstand-Digital Zentren. Kleine Unternehmen in Bayern können Schulungen außerdem als Teil eines Digitalbonus-Vorhabens abrechnen, wenn das Vorhaben auch eine Umsetzung enthält. Beim KfW-Kredit ist Weiterbildung förderfähig, wenn sie zu einem geförderten Digitalisierungsvorhaben gehört.
Die BAFA-Beratungsförderung hilft bei Schulungen nicht, denn Seminare, Workshops und Gruppenveranstaltungen sind dort ausgeschlossen.
KI-Förderung in Bayern
Digitalbonus Bayern
Der Digitalbonus Bayern ist neu aufgelegt und läuft laut Wirtschaftsministerium bis zum 31.12.2027. Er richtet sich an kleine Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Betriebsstätte in Bayern, also weniger als 50 Beschäftigte und höchstens 10 Mio. € Jahresumsatz oder Bilanzsumme. Für viele Leser dieses Blogs ist das die entscheidende Hürde.
Gefördert werden zwei Bereiche. Im Bereich Digitalisierung nennt das Programm ausdrücklich Robotik, Künstliche Intelligenz, digitale Zwillinge und Simulation. Förderfähig sind Software, Roboter-Hardware sowie Beratung und Schulung, die zur Umsetzung des Vorhabens gehören. Beratung und Schulung ohne Umsetzung werden nicht gefördert. Der zweite Bereich ist IT-Sicherheit.
- Digitalbonus Standard: bis 7.500 €, höchstens 50 % der förderfähigen Ausgaben
- Digitalbonus Plus für Vorhaben mit besonderem Innovationsgehalt: bis 30.000 €, höchstens 50 %
- Vorhaben unter 4.000 € förderfähigen Ausgaben sind ausgeschlossen
- ausgeschlossen sind unter anderem Standard-Software, Standard-Webseiten und Lizenzkosten über 18 Monate hinaus
Den Antrag stellt das Unternehmen selbst über ein ELSTER-Unternehmenskonto. Die Mittel werden in Monatskontingenten freigegeben. Wichtig ist auch hier der Zeitpunkt: Eine verbindliche Bestellung oder ein Auftrag, auch mündlich, gilt als Beginn, und danach ist das Vorhaben nicht mehr förderfähig. Nach der Eingangsbestätigung dürfen Sie auf eigenes Risiko starten.
KI-Transfer Plus
KI-Transfer Plus ist ein Programm des Bayerischen Digitalministeriums, koordiniert von Bayern Innovativ. Mittelständler entwickeln darin in neun Monaten eine KI-Roadmap und bringen einen Anwendungsfall bis zum Pilotbetrieb, begleitet von einem der bayerischen KI-Regionalzentren. Die Bewerbungsfrist für die Runde 2026 endete am 15. April 2026. Ob und wann es eine weitere Runde gibt, war im Oktober 2026 nicht veröffentlicht.
Förderung durch die EU
Für einzelne Mittelständler sind die großen EU-Forschungsprogramme meist zu aufwendig. Der praktische Zugang zur EU-Förderung sind die European Digital Innovation Hubs (EDIH). Laut EU-Kommission unterstützen in Deutschland derzeit 13 Hubs und ein weiterer Hub mit Step-Seal Unternehmen teilweise kostenfrei bei der digitalen Transformation. Zielgruppe sind vor allem KMU, Small Midcaps, Start-ups und öffentliche Verwaltung.
Die Hubs bieten vier Arten von Leistungen: Technologien testen, bevor Sie investieren, Weiterbildung, Vernetzung und Hilfe bei der Suche nach Finanzierung und Förderung. Welche Leistungen kostenfrei sind, hängt vom Hub ab. Fragen Sie das vor der Zusage nach.
Welche Programme sind ausgelaufen?
Zwei Programme tauchen in älteren Ratgebern noch häufig auf, sind aber beendet:
- go-digital: Das Programm endete laut Bundeswirtschaftsministerium mit dem Auslaufen der Richtlinie zum 31.12.2024.
- Digital Jetzt: Das Ministerium hat damit bis zum 31. Dezember 2023 Investitionen und Qualifizierung in KMU gefördert.
Wenn ein Anbieter Ihnen heute noch eine dieser Förderungen verspricht, fragen Sie nach.
So gehen Sie bei der Antragstellung vor
Viele Fehler bei Förderanträgen lassen sich schon vor dem Antrag vermeiden. Diese Reihenfolge hilft dabei.
- Beschreiben Sie das Vorhaben in einer halben Seite: welcher Ablauf, welches Ziel, welche Kosten, welcher Zeitraum. Zum Beispiel: Bestellungen, die per E-Mail und PDF kommen, sollen automatisch ins ERP übertragen werden.
- Ordnen Sie die Ausgaben zu. Beratung, Schulung, Software, eigene Entwicklung und Personalkosten fallen jeweils in andere Programme.
- Prüfen Sie Größe und Standort. Der Digitalbonus gilt nur für kleine Unternehmen in Bayern, die BAFA-Förderung nur für KMU.
- Stellen Sie den Antrag vor dem ersten Auftrag. Unterschreiben Sie keinen Vertrag und erteilen Sie keine Bestellung, bevor die Förderstelle es erlaubt.
- Achten Sie auf Doppelförderung. Die BAFA-Richtlinie schließt Beratungen aus, die zusätzlich mit anderen öffentlichen Zuschüssen finanziert werden. Die BAFA-Beratungsförderung und der KfW-Förderzuschuss laufen außerdem als De-minimis-Beihilfe. Hier gilt eine Obergrenze von 300.000 € in drei Jahren für alle De-minimis-Beihilfen zusammen.
- Planen Sie den Nachweis gleich mit. Rechnungen, Zahlungsbelege und Berichte werden später verlangt, beim BAFA spätestens sechs Monate nach dem Informationsschreiben.
Was Förderung nicht ersetzt
Förderung senkt die Kosten, sie beantwortet aber nicht die wichtigere Frage, welcher Ablauf sich für KI eignet. Gute erste Kandidaten sind Tätigkeiten, die oft vorkommen, festen Regeln folgen und deren Daten schon digital vorliegen, etwa Bestellungen, Eingangsrechnungen oder Angebotsanfragen. Wie Sie dabei Schritt für Schritt vorgehen, beschreiben wir im Ratgeber zur KI-Einführung.
Ein Beispiel aus unserer Arbeit: Bei einem Hersteller haben wir den Auftragseingang automatisiert. Bestellungen aus E-Mail und PDF werden ausgelesen, Artikel zugeordnet und ans ERP übergeben, geprüft wird nur noch bei Abweichungen. Ob ein solches Vorhaben förderfähig ist, hängt vor allem von Größe, Standort und Programm ab. Was eine KI-Automatisierung bei uns kostet, steht auf der Seite Preise. Alle Angebote finden Sie auf der Seite Leistungen.
Nächster Schritt
Erst das Vorhaben, dann die Förderung
Im kostenlosen KI-Check schauen wir uns Ihre Abläufe an und sagen Ihnen, welcher Prozess sich für den Einstieg eignet und was er ungefähr kostet. Mit dieser Beschreibung gehen Sie dann zur passenden Förderstelle.